Aufbruch zu neuen Ufern

Susanne Borée
Susanne Borée

Wird das Brett mich tragen – bei Flaute oder bei Sturm? Bislang benötige ich immer noch einen günstigen Wind. Schließlich bewegen sich meine Windsurf-Künste noch ganz am Anfang. Und dennoch fahre ich voll Sehnsucht hi?naus. Nun, natürlich behalte ich das Ufer hinter mir im Blick. Aber bislang habe ich es immer noch auch bei ablandigem Wind, der mich vom Land wegtreiben würde, erreicht. Im Notfall lässt sich ja noch auf dem Brett liegend paddeln. Das ist zwar nicht allzu elegant, aber hilfreich.

Ich weiß, dass das Brett nicht untergehen kann. Schließlich ist es so gebaut, dass es immer wieder Auftrieb hat. Zwar meinte eine Freundin kürzlich, dass sie genau vor diesem Sinken des Bretts Angst hätte, aber sie kennt sich auf diesem Gebiet, auf den Wellen, auch wenig aus.

Viele meiner Erfahrungen beim Windsurfen lassen sich auf die Jahreslosung 2020 übertragen: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ (Markus 9, 24).

Warum ich jetzt schon wieder darüber nachdenke? Schließlich hat das Jahr 2019 noch fünf Monate vor sich. Diese Zeit will ich keinesfalls unterschlagen, aber schon jetzt beschäftige ich mich intensiv mit unserem neuen Christlichen Jahrbuch 2020. Faszinierend ist es immer wieder, welche lesenswerten Geschichten zusammen- kommen – und mit den Bildern ein Ganzes ergeben! Sie zeigen: Das Brett des Glaubens trägt, auch wenn es zerbrechlich erscheint. Auf das Erscheinen können Sie schon gespannt sein!

Ich kann mich dem Wind anvertrauen. Ist dies der Inhalt des Glaubens? Zwar treibt er mich manchmal quer zu meinen Zielen oder vom sicheren Ufer weg.
Aber es trägt. Schon bald gelingt sanftes Gleiten über das Wasser – wenn auch noch mit dem Wind. Es ist, als würde seine glitzernde Oberfläche zum tragenden Grund.

Allerdings erscheint gerade jetzt der See oft trügerisch friedlich und offenbart erst auf den zweiten Blick, dass er von Grünalgen verseucht ist. Da hilft es nur, darauf zu vertrauen, dass es dem Nachbarsee besser geht.

Vielleicht gelingt es sogar, unser Leben so zu verändern, dass wir diese Verschmutzung – und nicht nur sie – besser in den Griff bekommen. Dann lässt sich auch ein Stück mehr Frieden finden – wovon die aktuelle Jahreslosung spricht (Psalm 34,15) und ihm, aber nicht Sinnlosem oder Schädlichem nachzujagen. 

                               Susanne Borée, Redakteurin und Chefin vom Dienst